Hühner in der Stadt

Natur statt Betonwüste

Als mir als zuständige Lektorin das neue Thema für unsere Reihe „Sachwissen im Kamishibai“ auf den Schreibtisch flatterte, habe ich mich besonders gefreut, denn das ist ein Thema zu dem ich mal ein ganz anderes Fachwissen einbringen konnte: In unserem Hausgarten am Rande von München halte ich selber vier Hühner. Als Landkind, das es in die Großstadt verschlagen hat, war es mir immer ein Anliegen, dass meine eigenen Kinder wissen, woher die Lebensmittel kommen. Und so hatten wir eigentlich immer irgendwo eine Tomatenpflanze auf dem Balkon oder ein Gurke im Blumenkasten.

Brauchen Hühner nicht sehr viel Platz?

Als vor ein paar Jahren nach einem Sturm plötzlich Licht und Luft in einer hinteren Ecke des Gartens waren, beschlossen wir, mit der Selbstversorgung einen Schritt weiterzugehen und Hühner anzuschaffen. In einer 4 x 4 m großen Voliere mit kleinem Stall wohnen seitdem vier Hühnerdamen. Natürlich war zunächst das Kalkül, dass nun unser Eierbedarf gedeckt wäre und schließlich sind Hühner ja auch Nutztiere. Aber trotzdem bekamen die Hühner Namen von den Kindern und werden auch bekuschelt. Wenn man sich regelmäßig mit ihnen beschäftigt, sind sie daran gewöhnt. Unsere Hühner lassen es eher über sich ergehen, es soll aber Hühner geben, die dies sogar aktiv genießen.

Haben die auch Namen?

Und so leben Tiffany, Minerva, Schneewittchen und Ornella ein glückliches Hühnerleben. Erstaunlich war für mich am Anfang, dass Hühner echte Allesfresser sind. Bis dahin hatte ich gedacht, sie fressen ausschließlich Körner. Aber sie fressen eben auch Gras und Gemüseabfälle und über Reste aus der Küche freuen sie sich am meisten. Dafür bekommen wir tatsächlich Eier in ausreichender Anzahl für unsere Familiengröße. Nur im Winter kann es manchmal knapp werden, denn da brauchen die Hühner die aufgenommene Energie hauptsächlich für ihre eigene innere Heizung. So ein Ei ist doch ziemlich groß und nahrhaft im Vergleich zur tatsächlichen Körpergröße des Huhns unter all den Federn.

Und was ist mit dem Hahn?

Einen Hahn braucht so eine kleine Hühnerschar nicht. Man sagt, bis zu einer Gruppenstärke von 8 Hennen können sich die Damen sehr gut selbst organisieren. Eine Hackordnung gibt es natürlich trotzdem. Und das Eierlegen funktioniert auch ohne Mann. Ein Hahn würde in der Stadt nur Probleme bringen: Das Gekrähe am frühesten Morgen würde regelmäßig Ärger mit den Nachbarn einbringen, besonders am Wochenende. Und da durch den Hahn die Eier befruchtet wären, könnten auch Küken ausgebrütet werden. Die sind natürlich grundsätzlich super süß, aber die Hälfte von ihnen sind naturgemäß kleine Hähnchen, die dann wiederum zu großen Hähnen würden und die könnten wir natürlich nicht alle behalten, also …?

Hühner im Kamishibai

Bei unserem Kamishibai-Set haben wir solch schwierige Themen wie Fleischproduktion, Käfighaltung oder gar Kükenschreddern bewusst außen vor gelassen. Wir wollten zeigen, wie Hühner gerne leben und was ihre Bedürfnisse sind. Und so lernen wir in der Bildfolge eine glückliche Hühnerschar kennen, die in Kleingruppenhaltung ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen kann. Dass es andere Haltungsformen gibt, wird thematisiert, aber auch was es für die Hühner bedeutet. Die Bildkarten eignen sich also wunderbar, um in das Thema „Hühner“ einzuführen und auch, um darüber zu sprechen, wo die Eier im Supermarkt herkommen.

 
 

Hühner in der Kita?

Hühner sind auf jeden Fall tolle Tiere für Kinder: Durch das Füttern lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen. Und Hühner lassen sich wunderbar beobachten. Ihre Art, sich zu bewegen, ist für uns lustig anzusehen (und nachzuahmen). Dazu geben sie ständig kleine Geräusche von sich, die, wie ich finde, sehr beruhigend wirken. Falls also der Platz vorhanden ist und im Team jemand die Hauptverantwortung übernehmen kann, sind Hühner auf jeden Fall super interessante und pflegeleichte Tiere. Der Zeitaufwand beläuft sich täglich auf 15 Minuten für Füttern und Eier einsammeln, einmal pro Woche etwas länger, da wird der Stall gesäubert und Wasser nachgefüllt. Die genauen Vorschriften zu Hygiene und Gesundheit sollten unbedingt vorher mit dem Träger und evtl. der Kommune abgeklärt werden. Ebenfalls muss vorher gesichert sein, dass die Hühner auch an Feiertagen und in den Ferien versorgt werden können. Vielleicht können das einzelne Familien nach dem Rotationsprinzip übernehmen, so nach dem Motto: Wer füttert, bekommt auch Eier :-)

Übrigens: Kein Ei gleicht dem anderen: jede Hühnerrasse hat eine andere Eierfarbe.

  • Produkt

    Wie lebt das Huhn? Kamishibai Bildkartenset.

    Mit dieser Bildfolge für das Kamishibai lernen die Schüler*innen das Leben einer Hühnerschar auf dem Bauernhof kennen.

    12,00 €