Maria erzählt

Die Geschichte von Maria

Marie, Mia, Mirjam, Mareike, Maja oder Marisa – der Name "Maria" begegnet uns in den verschiedensten Formen. Die berühmteste Trägerin dieses Namens ist Maria aus Nazaret, die Mutter von Jesus. Jesus ist untrennbar verbunden mit Gott und deshalb wird Maria auch "Mutter Gottes" genannt. Im Festkalender der katholischen und orthodoxen Kirche ist Maria nicht wegzudenken, viele verschiedene Feste und Gedenktage beschäftigen sich mit Maria, allen voran das hochsommerliche Fest "Mariä Himmelfahrt". Wenn wir Maria selbst zu Wort kommen lassen wollten, würde sie uns möglicherweise Folgendes erzählen:

"Ich bin Maria, die Mutter von Jesus. Von mir habt ihr bestimmt schon etwas gehört. In der Bibel wird von mir erzählt: Ein Engel, der Bote Gottes, erschien mir und brachte die Nachricht, ich würde den Sohn Gottes zur Welt bringen. Im ersten Moment war ich ziemlich erschrocken. Aber dann freute ich mich. Ich wollte die Aufgabe, für die Gott mich auserwählt hatte, frohen Herzens erfüllen. Ich ahnte damals nicht, wie aufregend mein Leben werden würde. Und ich wusste nicht, was es für mein Leben tatsächlich bedeutete, die Mutter von Gottes Sohn zu sein."

 

Von Maria werden in der Bibel noch andere Begebenheiten erzählt: Nachdem sie die Nachricht vom Engel Gabriel erfahren hat, macht sich Maria auf, um ihre Verwandte zu besuchen: Elisabet, die ebenfalls ein Kind erwartet: Johannes, der später als "Johannes der Täufer" berühmt werden wird. An dieses Ereignis wird im Marienkalender mit dem Fest "Maria Heimsuchung" (2. Juli) erinnert. Am bekanntesten von allen Bibelgeschichten, in denen Maria eine Rolle spielt, ist natürlich die Weihnachtserzählung:

"Die Geschichte über die Geburt von Jesus ist euch sicher bekannt, es ist die Geschichte von Weihnachten. Erst musste ich die lange und beschwerliche Reise nach Betlehem machen und dann meinen Sohn in einem unbequemen Stall zur Welt bringen. Ja, und kurze Zeit später mussten wir nach Ägypten fliehen, weil uns die Soldaten des Herodes suchten. Wie gut, dass Josef immer an meiner Seite stand. Und, dass ich Gott stets vertraute, auch wenn ich nicht wusste, was als nächstes geschehen würde."

Eine einzige Geschichte in der Bibel erzählt uns von einer Begebenheit, die sich im Jugendalter von Jesus abspielt. Lassen wir wieder Maria zu Wort kommen:

"Jesus war ein Junge wie alle anderen auch. Vielleicht ein bisschen eigensinniger. Ich erinnere mich, wir wie einmal zum Paschafest nach Jerusalem pilgerten. Jesus war damals zwölf Jahre alt. Nach den Festtagen kehrten wir wieder nach Hause zurück. Den ganzen Weg über hatte ich meinen Sohn nicht gesehen, aber ich ging davon aus, er sei bei den anderen Kindern. Als er aber am Abend des Reisetages nicht auftauchte, machten Josef und ich uns schreckliche Sorgen: Hoffentlich war ihm unterwegs nichts passiert. Wir suchten ihn überall bei Verwandten und Freunden, fanden ihn aber nicht. Schließlich gingen wir den langen Weg nach Jerusalem zurück. Und da entdeckten wir Jesus – im Tempel. Er saß zwischen den Gelehrten und diskutierte mit ihnen wie ein Erwachsener. Kaum zu glauben! Erleichtert, aber auch verärgert sagte ich vorwurfsvoll zu ihm: „Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.“ Da antwortete er: „Warum habt ihr mich gesucht Wisst ihr nicht, dass ich bei meinem Vater sein muss?“ Damals verstand ich nicht genau, was er damit meinte."

Als Jesus erwachsen ist, taucht Maria noch einige Male in den Evangelien auf: Bei diesen Gelegenheiten wirkt Jesus seiner Mutter gegenüber eher abweisend, zumindest aber brüsk. Zum Beispiel in der Geschichte vom Weinwunder zu Kana. Dennoch bleibt Maria immer ein Teil von Jesu Leben und sie verfolgt seinen Lebensweg bis zum bitteren Ende mit.

"Heute ist mir klar, dass Jesus Gott folgte und dass Gott für ihn wichtiger war als seine Familie. Da ich meinen Sohn und Gott innig liebte, begleitete ich Jesus auf seinem Lebensweg."

 

Doch als sich die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu bei den Jesusfreunden und Anhängern des Evangeliums ausbreitet, ist Maria wieder mit dabei und erlebt das Pfingstereignis. Viele weitere Geschichten, von der Kindheit Marias bis zu ihrem Tod und ihrer Himmelfahrt sind sehr alte, nicht-biblische  Legenden, die allerdings aus dem Kirchenjahr nicht mehr wegzudenken sind. Davon erzählen Feste wie Mariä Himmelfahrt am 15. August, aber auch das Fest "Maria Geburt" (8. September) und "Maria Namen" (12. September) oder das Fest "Unsere liebe Frau vom Rosenkranz" am 7. Oktober. Darüber hinaus gibt es in vielen Ländern Ländern mit traditionell katholischer Bevölkerung eine ganze Reihe weiterer Marienfeste und -tage, die mit Marien-Wallfahrtsorten oder Marien-Symbolen in Zusammenhang stehen.

Das alles zeigt: Maria von Nazaret wird von vielen Menschen sehr wertgeschätzt und verehrt. Für sie ist Maria wie eine zweite Mutter, die alle positiven Aspekte von Mütterlichkeit in sich vereint. Durch ihre besondere Verbindung zu Jesus wird sie im Himmel "verortet" – als Fürsprecherin und Beschützerin, die sich wie Jesus um uns Menschen sorgt.

Die Zitate Marias stammen von Martina Groß aus: 24 Heilige und Schutzpatrone für unsere Jahreskrippe. Kamishibai Bildkartenset, von Martina Groß, mit Bildern von Petra Lefin. © 2016 Don Bosco Medien GmbH, München

 
 

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