Laterne Lumina leuchtet in Senioreneinrichtung

Menschen mit Demenz gestalten Bildkarten

Bewohner einer privaten Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz (Haus Rosengarten in Großostheim) haben vor Weihnachten zur Geschichte der „Laterne Lumina“ in Form einer Collage Bildkarten für das Kamishibai gestaltet.
Die Senioren arbeiteten dabei mit verschiedenen Materialien wie Wolle, Filz, Papier… Die Hintergründe wurden mit Aquarellfarben gemalt. Alle Bewohner waren integriert! Bernadette Goletzko hat uns die Karten geschickt und wir wollen sie euch nicht vorenthalten!

Sie schreibt:

Im Rahmen der Beschäftigung setze ich den Kamishibai meist situativ ein. So etwa einmal im Monat. Die Vorstellungen finden meist im Wohnzimmer statt.

Zum Projekt

Die Herstellung der Bildkarten zur Geschichte der Laterne Lumina benötigte einen Zeitrahmen von ca. 4 Wochen. Die Anleiterinnen (Eine Fachkraft und eine Helferin im Ehrenamt) teilten die Geschichte in 6 Abschnitte ein und wählten passende Bildszenen. Die Laterne sollte nicht als Person dargestellt werden soll, sondern als Laterne mit einem Gesicht.

Wir lasen den Senioren zunächst die Lumina Geschichte vor, verwiesen auf den Kamishibai Theaterrahmen und zeigten die blanko Bildkarten. Nun stand also die Aufgabe im Raum, eine Geschichte auf Papier zu gestalten um diese dann bei der Weihnachtsfeier den Angehörigen vorzuführen. Unsere Idee fand sofort Zuspruch!

 
 

Die Teilnehmer gestalteten in den folgenden Wochen die Blankoblätter mit großer Begeisterung. Für die jeweiligen Einheiten räumten wir ca. 1,5 Stunden Zeit für die Senioren ein. Es gab pro Einheit immer nur eine Gestaltungsart.

Die fertigen Bilder

Zum Vergößern die Bilder bitte anklicken.

Die Gestaltung

Zunächst entstanden die Aquarell - Hintergründe. Wir teilten die Aquarellpapiere in drei Abschnitte ein, somit konnten die Senioren die Farben leicht auftragen. In den nächsten Wochen wurden verschiedene Bäume gestaltet. Mit Wolle auf Pappschablonen geklebt, oder mit der Schere aus Filz geschnitten. Eine Finger-Drucktechnik (mit Pflegehandschuhen), bei welchem Acrylfarben großflächig auf Papier getupft wurden, kam auch zum Einsatz. Nach dem Trocknen  wurden erst die Bäume ausgeschnitten und jeweils einen Baumstamm aus Papier oder Wellpappe o.ä. aufgeklebt.

Die Laternen wurden vom Personal vorbereitet. In den letzten Einheiten wurden dann die Bäume angeordnet und auf die Bildkarten aufgeklebt. Die Bilder wurden mit Sternchen ausgeschmückt.

Die entsprechenden Texte wurden aufgeteilt und das Vorlesen mehrfach geübt. Laut und deutlich zu lesen war eine der Herausforderungen.

Stolz präsentierten die Senioren die Geschichte und die entsprechenden Bildkarten bei einer kleinen vorweihnachtlichen Feier ihren Angehörigen. Die entsprechenden Texte wurden von den Senioren in 6 Akten vorgetragen.

Bernadette Goletzko in Ihrer Mail an uns:

Vielleicht finden Sie in irgendeiner Weise Verwendung für unsere Bilder, als Anregung Bildkarten selbst zu gestalten.
Unseren Teilnehmerinnen und mir als Gruppenleitung, hat dieses kleine Projekt sehr viel Spaß bereitet!

Das Kamishibai ist außerdem Bestandteil in meinen Fortbildungen für Betreuungskräfte zum Thema: „Komm & spiel mit mir…!“ Die Teilnehmer*innen sind immer sehr begeistert!
Im Seniorenbereich scheint mir der Kamishibai bis dato noch nicht so bekannt zu sein. Ich trage jedoch einen kleinen Teil dazu bei, diese wundervolle Methode publik zu machen.

Danke für diese Zusendung! Nachmachen erwünscht!

Wenn ihr auch einen Impuls habt, den ihr mit Kolleg*innen teilen wollt – wir freuen uns auf eure Nachricht!


Die ursprüngliche Geschichte, in der es um ein Mädchen mit einer Laterne geht, gibt es als Bilderbuch beim NordSüd Verlag.

Hier wurde eine etwas abgeänderte Variante verwendet.

  • Produkt

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