Praxistipp: Mit Maria durch den Advent

Zwei religionspädagogische Impulse für Kindergarten, Grundschule und Kinderkirche

Auf dem Weg in Richtung Weihnachten

Der Advent und die Vorweihnachtszeit ist eine Zeit voller Geheimnisse, voller Hoffnung und voller Erwartung. Wir sind unterwegs in Richtung Weihnachten und begleiten die schwangere Maria nach Bethlehem. Wir werden Zeugen der Geschichte des kleinen Kindes, in dem Gott auf der Erde zu atmen begann. Auf dieses Wunder der Heiligen Nacht, in der Gottes Liebe auf großartige Weise Wirklichkeit wird, bereiten wir uns vor. Und schon in dieser Zeit der Vorbereitung dürfen wir spüren und erfahren, was am Heiligen Abend seinen Höhepunkt findet: Gott ist bei uns!
Im Folgenden zwei religionspädagogische Einheiten für die Advents- und Weihnachtszeit mit dem Kamishibai.

Vorbereitungen

  • Jedes Kind darf einen Stern aus Tonkarton o.Ä. basteln. Der Stern hat zwei Seiten: Eine Seite ist gelb oder gold, auf die andere Seite wird ein Foto vom Kind geklebt oder ein Bild gemalt. Das heißt, jedes Kind in der Gruppe hat seinen eigenen Stern, auf dem es zu sehen ist.
  • Das Kamishibai an einen Ort stellen, wo es längere Zeit stehenbleiben kann und ein wenig Platz rundherum ist.
  • Geben Sie dem Kamishibai-Erzähltheater einen Hintergrund, z.B. durch ein dunkelblaues Tuch, auf dem die Sterne ihren Platz finden können. Fädeln Sie jeden Stern auf einen dünnen Faden. Der Stern wird mit dem Faden mittels einer (Sicherheits-)nadel am Stoff befestigt und kann so gedreht werden.
  • Sie brauchen zwei Bildkarten fürs Kamishibai: das Bild mit Maria auf dem Esel (siehe Download-Möglichkeit oder Sie malen selbst ein solches Bild) und die Krippen-Darstellung Bildkarte 2 aus dem Kamishibai „Von Maria erzählen“. Wenn Sie die Bildkarten aus dem Download verwenden, kleben Sie die Bilder mittig auf ein DIN A3-Blatt. Zum Download s.u.
  • Bereiten Sie braune oder graue Tücher für den Weg vor, sowie Steine, Tannenzweige und LED-Teelichter und eine Klangschale.
  • Ein schönes Buch, mit den Tagebucheinträgen

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1. Impuls im Advent

1. Wir versammeln uns mit den Kindern am vorbereiteten Ort. Das Kamishibai steht geschlossen vor einem dunkelblauen Hintergrund, Sie haben mit den Kindern bereits die Sterne ans Tuch gehängt.

2. Schlagen Sie die Klangschale an und lassen Sie ein wenig Ruhe einkehren. Dann öffnen Sie die Türen des Kamishibai. Sichtbar wird das Bild von Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem. So können Sie beginnen:

Ich habe euch etwas mitgebracht. Es gehört zu diesem Bild. Hört mal zu:

Liebes Tagebuch,
heute bin ich richtig k.o. Seit Tagen sitze ich auf diesem Esel.
Josef und ich, wir müssen nach Bethlehem. Der Kaiser hat eine Volkszählung angeordnet. Deswegen müssen wir in die Stadt, in der Josef geboren wurde.
Ich bin schwanger. Bald kommt mein Kind zur Welt, das spüre ich.
Wie wird das wohl werden in Bethlehem? Werden wir einen Ort finden, an dem ich mein Kind bekommen kann? Ich weiß es nicht. Das macht mir Angst.
Immer wenn die Angst in mir hochsteigt, versuche ich an das zu denken, was der Engel zu mir gesagt hat: „Fürchte dich nicht. Gott ist bei dir.“
Diese Worte helfen mir, sie schenken mir Mut. Und dann denke ich: alles wird gut.
Deine Maria

3. Wir sprechen gemeinsam über den Tagebucheintrag von Maria, was ein Tagebuch sein könnte, und gestalten mit den Kindern einen Adventsweg:

  • Maria und Josef sind also unterwegs. Wir legen jetzt gemeinsam mit den Tüchern einen Weg (entweder vor dem Kamishibai oder links und rechts davon, je nach Platz).
  • Habt ihr gehört, wie Maria sich fühlt? Was geht ihr denn so durch den Kopf. (Angst, Unsicherheit,…) Kennt ihr das auch? Habt ihr auch manchmal Angst? (Während des Gesprächs dürfen die Kinder Steine auf den Weg legen.)
  • Maria hat uns aber auch aufgeschrieben, wie sie aus der Angst wieder rauskommt. Habt ihr das auch gehört? (Sie denkt an den Engel, der gesagt hat: "Fürchte dich nicht, Gott ist bei dir.")
  • Dieser Satz schenkt Maria Mut und Hoffnung. Wir legen entlang des Weges kleinen grüne Tannenzweige als Zeichen der Hoffnung.
  • Ich habe für jeden von euch ein LED-Teelicht mitgebracht. Diese Lichter stellen wir auch auf unseren Weg. Die Worte, die der Engel zu Maria gesagt hat, die sind auch für uns gedacht. Heute darf ich sie dir sagen: „Fürchte dich nicht. Gott ist bei dir.“ Wenn ich deinen Namen nenne, darfst du dein Licht hinstellen: „Christian, fürchte dich nicht. Emma, fürchte dich nicht, ….“

4. Lied zum Abschluss: Tragt in die Welt nun ein Licht (1.Strophe, Hörbeispiel hier)

Tragt in die Welt nun ein Licht, sagt allen: Fürchtet euch nicht.
Gott hat euch lieb, groß und klein. Seht auf des Lichtes Schein.

 

2. Impuls zu Weihnachten

1. Wir versammeln uns mit den Kindern beim Kamishibai Erzähltheater. Die Türen sind geschlossen. Sie haben bereits das Bild getauscht, sodass das Weihnachtsbild sichtbar werden kann.
2. Schlagen Sie die Klangschale an und lassen Sie ein wenig Ruhe einkehren. Dann öffnen Sie die Türen des Kamishibai. So können Sie beginnen:

Erinnert ihr euch noch an das Tagebuch von Maria? Maria hat später noch etwas in ihr Buch geschrieben:

Liebes Tagebuch,
was für eine Nacht. Wir sind endlich in Bethlehem angekommen.
Doch nirgends haben wir ein Zimmer gefunden. Wir sind von Wirtshaus zu Wirtshaus gelaufen. Überall haben wir nur gehört: Kein Platz!
Die Tränen standen mir schon in den Augen, als endlich ein netter, älterer Wirt zu uns gesagt hat: „Ich habe einen kleinen Stall, dort liegt frisches Heu und ein paar Decken kann ich euch auch mitgeben. Geht dorthin.“
Was ist mir für ein Stein vom Herzen gefallen! Und dann war es so weit. Ich brachte meinen Sohn zur Welt – in Bethlehem, in einem Stall. Josef war für mich und das Kind da.
Wir sind so dankbar für dieses Kind. Es ist ein kleines Wunder. Es ist eine besondere Nacht. Ich bin mir ganz sicher: Das, was heute geschehen ist, werde ich nie vergessen!
Deine Maria

3. Wir betrachten gemeinsam das Bild im Kamishibai und sprechen darüber, was es für uns bedeutet, dass Jesus auf die Welt gekommen ist.

In dieser besonderen Nacht erstrahlt ein Stern über dem kleinen Stall. Ihr könnt ihn auf dem Bild sehen. Er spricht davon, dass Gottes Liebe als Kind in die Welt gekommen ist. Ihr Kinder seid auch Zeichen von Gottes großer Liebe zu den Menschen. Es gibt einen Stern für jedes Kind – du hast ihn bemalt oder mit einem Foto beklebt. Du darfst deinen Stern jetzt umdrehen. Denn auch durch dich zeigt sich Gottes Liebe.

4. Während die Sterne umgedreht werden kann ein Weihnachtslied gesungen werden, z.B. „Zu Bethlehem geboren“ (Hörbeispiel hier) oder „Ihr Kinderlein kommet“ (Hörbeispiel hier)

 

Anna Rieß-Gschlößl, Dipl. Religionspädagogin mit langjähriger Erfahrung in der Gemeindeseelsorge und im Religionsunterricht und Fortbildungsreferentin für Religionspädagogik, ist oft unterwegs in Kitas und gibt Seminare zu religionspädagogischen Themen für Kita-Fachkräfte.

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