Wintermärchen mit Herz

Das Märchen "Das Tannenbäumchen"

… Ach wie froh bin ich, dass ich nicht so ein einfältiger Tannenbaum geworden bin wie der hier neben mir, der doch zu nichts auf der Welt gut ist als uns den Platz zu versperren!

So spricht der Kirschbaum in dem Wintermärchen „Das Tannenbäumchen“ über den kleinen Tannenbaum, der im Frühling mit seinen dunkelgrünen Nadeln ohne jegliche Blüten zwischen blühenden Kirsch-, Apfel- und Birnbäumen steht. Das Tannenbäumchen war bislang ganz zufrieden auf der Wiese und dachte auch gar nicht daran, dass es im Vergleich zu den anderen Bäumen vielleicht ein bisschen unscheinbar aussieht.

Doch die anderen großen Bäume auf der Wiese geben dem Kirschbaum recht und alle zählen der Reihe nach auf, wozu sie denn alle gut sind … für saftige Birnen, für Schatten im Sommer, für Holz im Winter – nur beim Tannenbäumchen, da sind sie der Meinung, dass es überflüssig ist. Das Tannenbäumchen ist deshalb ganz traurig und möchte auch so schöne Blüten und so süße Früchte tragen, wie die anderen Bäume, damit es nicht mehr verspottet wird.

 

Da kommt in der Nacht ein Engel zum Tannenbäumchen: Es ist das Christkind, das großes Mitleid mit dem Tannenbäumchen hat, und ihm deshalb schon jetzt sagt: „… Warte nur, bald sollst du schöner sein als sie alle … und die Kinder werden sich mehr über dich freuen und dich lieber haben als alle anderen Bäume auf der Welt!“ Und so wartet das Tannenbäumchen bis zum Winter und macht sich nichts mehr daraus, wenn die anderen es verspotten, denn es denkt immer daran, was der Engel ihm versprochen hat. Und schließlich, in einer kalten Winternacht, kommen das Christkind und der Nikolaus und schmücken das Bäumchen, sodass es wunderschön glänzt und leuchtet! So bringt das Christkind das Bäumchen in eine warme Stube, wo sich alle Menschen über das schöne Bäumchen freuen.

 

Wer wurde nicht schon mal ausgelacht?

Fast jedes Kind wurde schon mal von anderen Kindern ausgelacht oder gehänselt. Deshalb können sich sicher alle Kinder gut in das Tannenbäumchen hineinversetzen. Sie können den Kindern beispielsweise folgende Fragen stellen, um mit den Kindern über solche Situationen und Erfahrungen ins Gespräch zu kommen:

  • Wie findet ihr es, dass sich die anderen Bäume über das Tannenbäumchen lustig machen?
  • Wurdet ihr auch schon mal von jemandem ausgelacht und warum?
  • Wie habt ihr euch dabei gefühlt?
  • Habt ihr euch vielleicht auch schon mal über jemand anderen lustig gemacht? Wie habt ihr euch danach gefühlt?

Dabei ist natürlich wichtig, dass kein Kind dazu gedrängt wird, etwas dazu zu sagen, sondern sich nur dazu äußert, wenn es das auch will.

Anti-Mobbing-Spiele

Zum Thema „Mobbing“ können mit den Kindern auch verschiedene Spiele gemacht werden. Im Buch „Die 50 besten Anti-Mobbing-Spiele“ gibt es unter anderem präventive Anti-Mobbing-Spiele, in denen die Kinder sich mit Mobbing auseinandersetzen können, bevor es überhaupt dazu kommt. Dabei gibt es beispielsweise das Spiel „So wie du bist“, das das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt.

  Spiel "So wie du bist" aus dem Buch "Die 50 besten Anti-Mobbing-Spiele"

Weitere Wintergeschichten

Auch andere Wintergeschichten bieten verschiedene Themen, die mit den Kindern thematisiert werden können. So geht es im Märchen „Die Fünf im Handschuh“ zum Beispiel um das Thema Freundschaft. „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ behandelt das Thema Hilfsbereitschaft. Auch „Das Häschen und die Rübe“ dreht sich um Hilfsbereitschaft und Freundschaft, ebenso wie „Benno Bär“.